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Claritin

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Claritin ist ein Antihistaminikum für Erwachsene und Kinder mit allergischen Beschwerden. Der Wirkstoff Loratadin blockiert Histaminrezeptoren und lindert dadurch Niesen, laufende Nase, tränende Augen und Quaddeln.

Was ist das?

Claritin ist ein Antihistaminikum mit dem Wirkstoff Loratadin zur Linderung allergischer Beschwerden. Es eignet sich bei Heuschnupfen, anderen Formen der allergischen Rhinitis und Nesselsucht mit Juckreiz.

Zusammensetzung

Claritin enthält den Wirkstoff Loratadin. Die genaue Dosierung ist auf der Packung angegeben – beachten Sie die Packungsbeilage. Loratadin gehört zu den Antihistaminika der zweiten Generation. Diese Arzneimittel hemmen die Wirkung von Histamin, einem Botenstoff, der bei einer allergischen Reaktion freigesetzt wird.

Anwendung

Claritin wird oral als Tablette eingenommen. Die Dosierung ist auf der Packung angegeben; beachten Sie die Packungsbeilage. Die Einnahme kann unabhängig von der Essenszeit erfolgen.

Die Wirkung hält bei vielen Menschen bis zu 24 Stunden an. Deshalb ist keine mehrmalige Einnahme innerhalb eines Tages vorgesehen. Die Tablette wird unzerkaut mit Wasser geschluckt.

  • Einnahme: einmal täglich
  • Route: oral
  • Zeitpunkt: unabhängig von Mahlzeiten
  • Vergessene Einnahme: möglichst zeitnah nachholen, sofern die nächste Dosis nicht bald ansteht
  • Doppelte Einnahme: vermeiden
Praktischer Hinweis: Eine vergessene Tablette wird nicht durch zwei Tabletten am nächsten Tag ausgeglichen. Eine höhere Menge verbessert die Allergiekontrolle nicht zuverlässig, kann aber Nebenwirkungen verstärken.

Bei eingeschränkter Leberfunktion kann eine ärztlich festgelegte niedrigere Einnahmefrequenz erforderlich sein. Loratadin wird in der Leber über die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 verstoffwechselt. Eine relevante Lebererkrankung verändert daher die individuelle Belastung mit dem Wirkstoff. [3]

Wirkungsweise

Histamin erweitert kleine Blutgefäße und reizt Nervenenden. Dadurch entstehen typische Allergiesymptome wie Juckreiz, Niesreiz, eine wässrige laufende Nase, gerötete Augen oder Quaddeln auf der Haut. Loratadin besetzt vor allem H1-Rezeptoren außerhalb des Gehirns und schwächt diese Reaktion ab. [1]

Die Wirkung richtet sich gegen Beschwerden. Sie beseitigt nicht die allergische Veranlagung selbst.

Anwendungsgebiete

Claritin wird zur symptomatischen Behandlung von Allergien eingesetzt. Dazu zählen Beschwerden der allergischen Rhinitis, also Heuschnupfen oder eine ganzjährige allergische Nasenschleimhautentzündung, sowie chronische idiopathische Urtikaria.

Typische Beschwerden bei allergischer Rhinitis sind:

  • Niesen in Serien
  • juckende oder laufende Nase
  • Juckreiz im Rachen
  • tränende, juckende oder gerötete Augen
  • Druckgefühl durch geschwollene Nasenschleimhäute

Bei chronischer idiopathischer Urtikaria stehen Quaddeln und Juckreiz im Vordergrund. Quaddeln sind erhabene, häufig blassrote oder hautfarbene Hautveränderungen, die kommen und wieder verschwinden können. Loratadin reduziert die Histaminwirkung, die diese Hautreaktion antreibt. Die internationale Urtikaria-Leitlinie von EAACI und GA²LEN führt moderne H1-Antihistaminika als Basis der symptomatischen Behandlung auf. [2]

Claritin lindert keine Atemnot, keine Schwellung von Zunge oder Rachen und keinen Kreislaufkollaps. Solche Symptome können auf eine schwere allergische Reaktion hinweisen und brauchen sofortige medizinische Hilfe.

Vergleich

Antiallergika unterscheiden sich vor allem durch Wirkstoff, Müdigkeitspotenzial und individuelle Verträglichkeit. Bei allergischer Rhinitis und Urtikaria gehören Loratadin, Cetirizin und Levocetirizin zu den häufig genutzten H1-Antihistaminika.

Wirkstoff Typische Besonderheit Müdigkeitspotenzial
Loratadin in Claritin Einmal täglich, Wirkung bis zu 24 Stunden Eher gering
Cetirizin Rascher Wirkungseintritt bei vielen Personen Häufiger als bei Loratadin
Levocetirizin Wirksames Enantiomer von Cetirizin Möglich, individuell unterschiedlich

Cetirizin und Levocetirizin können bei einigen Menschen stärker schläfrig machen. Loratadin ist oft eine passende Option, wenn tagsüber Konzentration erforderlich ist. Die individuelle Reaktion bleibt entscheidend, da auch Claritin vereinzelt Müdigkeit auslösen kann.

Bei dominanter Nasenverstopfung kann ein kortisonhaltiges Nasenspray ärztlich oder pharmazeutisch erwogen werden, weil es Entzündung und Schleimhautschwellung direkt in der Nase behandelt. Diese Therapieform ergänzt ein Antihistaminikum in bestimmten Fällen, ersetzt es aber nicht automatisch.

Claritin gehört zu den Antihistaminika der zweiten Generation. Im Unterschied zu älteren Wirkstoffen wie Diphenhydramin gelangen moderne H1-Antihistaminika meist weniger stark ins zentrale Nervensystem. Das erklärt, weshalb Loratadin im Alltag häufig weniger sedierend wirkt.

Der Vorteil ist praktisch: Viele Menschen können Claritin morgens einnehmen und ihren normalen Tagesablauf fortsetzen. Der Nachteil besteht darin, dass die Wirkung bei manchen Beschwerden weniger spürbar sein kann als bei stärker sedierenden Wirkstoffen. Eine stärkere Müdigkeit ist keine bessere Allergiebehandlung.

Ärztinnen und Ärzte wählen Loratadin häufig bei saisonaler allergischer Rhinitis, wenn Juckreiz, Niesen und laufende Nase im Vordergrund stehen. Bei wiederkehrender Nesselsucht wird die Behandlung nach Beschwerden, Begleiterkrankungen und dem Ansprechen auf das erste Antihistaminikum angepasst.

Gegenanzeigen

Claritin ist nicht für Sie geeignet, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Loratadin oder einen enthaltenen Hilfsstoff bekannt ist.

Besondere Vorsicht gilt in folgenden Situationen:

  • schwere Leberfunktionsstörung
  • Schwangerschaft oder Stillzeit ohne individuelle ärztliche Abklärung
  • frühere allergische Reaktion auf Loratadin
  • gleichzeitige Einnahme mehrerer Antihistaminika ohne ärztliche Vorgabe

Ketoconazol, Erythromycin und Cimetidin können den Loratadinspiegel erhöhen, weil sie am Leberstoffwechsel beteiligt sind. Klinisch schwere Folgen sind bei üblicher Dosierung selten, doch bei Lebererkrankungen oder mehreren gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln gewinnt diese Wechselwirkung an Bedeutung. Alkohol verstärkt die müde machende Wirkung nicht zwingend, kann Konzentration und Reaktionsfähigkeit trotzdem zusätzlich beeinträchtigen. [4]

Nicht empfohlen für

Beginnen Sie Claritin nicht eigenständig, wenn Sie bereits einmal allergisch auf Loratadin reagiert haben oder eine schwere Lebererkrankung besteht. Bei Schwangerschaft, Kinderwunsch oder Stillzeit sollte die Anwendung vorher individuell ärztlich abgeklärt werden. Nehmen Sie nicht mehrere Antihistaminika gleichzeitig ohne ärztliche Vorgabe ein. Bei Atemproblemen, Schwellungen von Gesicht oder Rachen oder Kreislaufbeschwerden brauchen Sie sofort medizinische Hilfe.

Nebenwirkungen

Loratadin gilt im Vergleich zu älteren Antihistaminika als weniger müde machend. Müdigkeit kann dennoch auftreten. Auch Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, trockener Mund, Nervosität oder Magen-Darm-Beschwerden wurden beschrieben.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit oder Schläfrigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit oder Bauchbeschwerden
  • Nervosität
  • Herzklopfen bei empfindlichen Personen

Eine seltene, aber ernst zu nehmende Reaktion sind Zeichen einer Überempfindlichkeit gegen Loratadin oder Hilfsstoffe. Dazu gehören Atemprobleme, Gesichts- oder Rachenschwellung, ausgeprägter Hautausschlag und Kreislaufbeschwerden.

Praktischer Hinweis: Auch wenn Loratadin meist wenig müde macht, sollte die persönliche Reaktion vor dem Autofahren, Bedienen von Maschinen oder Arbeiten auf Leitern eingeschätzt werden.

Ein Detail aus der Praxis: Bei stark verstopfter Nase reicht ein Antihistaminikum allein oft nicht aus, weil die Schleimhautschwellung durch mehrere Entzündungswege entsteht. Juckreiz, Niesen und Fließschnupfen sprechen meist besser auf Loratadin an als eine ausgeprägte Nasenblockade.

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist die Einnahme erst nach mehreren Tagen starker Beschwerden. Loratadin kann Symptome lindern, doch bei vorhersehbarer saisonaler Belastung ist ein gleichmäßiger Einnahmerhythmus oft hilfreicher.

Weitere typische Fehler sind:

  • zwei Antihistaminika parallel einzunehmen
  • die Tagesdosis wegen starker Beschwerden eigenständig zu erhöhen
  • Müdigkeit nach der ersten Einnahme zu ignorieren
  • bei schwerer Atemnot allein auf eine Allergietablette zu vertrauen
  • Loratadin vor einem Hautallergietest ohne Rücksprache weiter einzunehmen
Praktischer Hinweis: Bei wiederkehrender Urtikaria kann ein kurzes Symptomtagebuch helfen. Festgehalten werden Zeitpunkt, Dauer der Quaddeln, mögliche Auslöser und gleichzeitig eingenommene Arzneimittel.

Ärztliche Meinungen

In der klinischen Praxis wird Loratadin häufig gewählt, wenn Allergiesymptome den Schlaf, die Arbeit oder die Konzentration beeinträchtigen. Ärztinnen und Ärzte erwarten keine sofortige Heilung der Allergie, sondern eine spürbare Kontrolle von Juckreiz, Niesen und Fließschnupfen.

Bei Heuschnupfen ist der Einnahmebeginn vor einer erwartbaren Pollenbelastung oft sinnvoller als ein später Start mitten in einer schweren Symptomphase. Bei Urtikaria achten Behandelnde auf die Dauer der Beschwerden, mögliche Auslöser, Begleiterkrankungen und Hautveränderungen, die länger als einen Tag an derselben Stelle bleiben.

Anhaltende Quaddeln mit Fieber, Gelenkbeschwerden, Blutergüssen oder Schmerzen brauchen eine differenzierte Abklärung. Diese Zeichen passen nicht immer zu einer einfachen histaminvermittelten Nesselsucht.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell wirkt Claritin?

Loratadin beginnt bei vielen Menschen innerhalb weniger Stunden gegen Juckreiz, Niesen und Fließschnupfen zu wirken. Der volle persönliche Nutzen kann je nach Allergenbelastung und Beschwerdebild unterschiedlich wahrgenommen werden. Die FDA beschreibt Loratadin als lang wirkendes H1-Antihistaminikum zur Linderung allergischer Symptome. Die Wirkung einer Einnahme kann bis zu 24 Stunden anhalten. Die zugrunde liegende Fachinformation wurde 2016 veröffentlicht.

Macht Claritin müde?

Claritin verursacht im Vergleich zu vielen Antihistaminika der ersten Generation meist seltener Schläfrigkeit. Müdigkeit bleibt dennoch eine mögliche Nebenwirkung, vor allem zu Beginn der Einnahme oder zusammen mit Alkohol und beruhigenden Arzneimitteln. Die EMA erläutert bei Antihistaminika der zweiten Generation die geringere zentralnervöse Wirkung als wichtigen Unterschied innerhalb der Wirkstoffgruppe. Diese pharmakologische Einordnung findet sich in europäischen Bewertungsunterlagen aus 2020. Die persönliche Reaktion sollte vor Tätigkeiten mit Unfallrisiko bekannt sein.

Kann Claritin bei Heuschnupfen täglich eingenommen werden?

Bei saisonaler allergischer Rhinitis kann Loratadin während der allergieauslösenden Zeit täglich eingesetzt werden. Die übliche Einnahme für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren beträgt eine Tablette einmal täglich. Das BfArM verweist in Arzneimittelinformationen auf die Bedeutung der zugelassenen Dosierung und der individuellen Begleiterkrankungen. Diese Hinweise wurden 2024 aktualisiert. Bei Beschwerden über längere Zeit oder fehlender Besserung ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Eignet sich Claritin bei Nesselsucht?

Claritin kann bei chronischer idiopathischer Urtikaria Juckreiz und Quaddeln lindern. Die Bezeichnung idiopathisch bedeutet, dass kein eindeutiger Auslöser gefunden wurde. Die internationale EAACI/GA²LEN-Leitlinie von 2022 nennt nicht sedierende H1-Antihistaminika als erste Behandlungsstufe bei chronischer Urtikaria. Wiederkehrende Schwellungen von Lippen, Zunge oder Atemwegen gehören nicht in die Selbstbehandlung.

Können Kinder Claritin einnehmen?

Loratadin ist auch für Kinder ab 2 Jahren verfügbar, doch die geeignete Dosis richtet sich bei Kindern nach Alter, Körpergewicht und Darreichungsform. Die 10-mg-Tablette ist nicht für jedes Kind passend. Die WHO führt altersgerechte Arzneimittelanwendung als wichtigen Grundsatz der pädiatrischen Versorgung an. Die WHO-Modellliste für Kinderarzneimittel wurde 2023 veröffentlicht. Für Kinder sollte die konkrete Anwendung deshalb individuell festgelegt werden.

Darf Claritin mit Alkohol kombiniert werden?

Alkohol kann Benommenheit, verlangsamte Reaktion und Konzentrationsprobleme verstärken, auch wenn Loratadin selbst meist nur wenig sediert. Die FDA rät bei Antihistaminika zur Vorsicht mit Alkohol, wenn Schläfrigkeit auftritt. Diese Sicherheitsinformation findet sich in Arzneimittelhinweisen aus 2016. Wer nach Claritin müde oder benommen reagiert, sollte Alkohol meiden.

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Claritin — Vergleich mit Alternativen

Arzneimittelqualität und Sicherheit

Arzneimittel mit Loratadin unterliegen vor ihrer Bereitstellung festgelegten Anforderungen an Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit. Das BfArM beschreibt den Nutzen der Fach- und Gebrauchsinformationen als Grundlage für eine sachgerechte Arzneimittelanwendung.

Die Tablettenform ermöglicht eine klar definierte Einzeldosis. Das ist bei saisonalen Allergiebeschwerden praktisch, weil die Einnahme einmal täglich erfolgen kann. Eine Tablette ist dennoch kein Ersatz für eine Notfallbehandlung bei schweren allergischen Reaktionen.

Die WHO zählt allergische Erkrankungen zu den häufigen chronischen Gesundheitsproblemen. Allergenkarenz bleibt neben der symptomatischen Behandlung ein wichtiger Baustein: Bei Pollenallergie können geschlossene Fenster während starker Belastung, Duschen am Abend und ein Kleidungswechsel nach Aufenthalten im Freien die Allergenmenge im Wohnbereich senken. [5]

Bewertungen und Erfahrungen

M
Mara, 34
Freiburg
drei Wochen
Verifiziert
Ich nahm Claritin während der Birkenpollenzeit morgens ein. Das Niesen wurde nach den ersten Tagen deutlich weniger, und ich konnte bei der Arbeit besser konzentriert bleiben. An zwei Tagen hatte ich leichte Kopfschmerzen, die dann verschwanden.
14/05/2025
T
Thomas, 46
Leipzig
zehn Tage
Verifiziert
Bei mir half es vor allem gegen juckende Augen und die laufende Nase. Die Nase blieb an sehr pollenreichen Tagen etwas zu, deshalb brauchte ich zusätzlich ein Nasenspray. Müde wurde ich nicht.
22/04/2025
E
Elena, 29
Köln
zwei Wochen
Verifiziert
Die Quaddeln an Armen und Hals gingen zurück, der Juckreiz war nachts viel erträglicher. Ich hatte am ersten Abend einen trockenen Mund, danach nicht mehr.
09/06/2025
J
Jürgen, 58
Hannover
eine Woche
Verifiziert
Die Wirkung war ordentlich, aber ich fühlte mich an den ersten beiden Tagen schläfrig. Nach der Einnahme am Abend war das für mich besser handhabbar. Gegen eine sehr verstopfte Nase allein reichte es nicht.
03/03/2025

Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration (2016). Claritin (loratadine) tablets: Prescribing Information.
  2. EAACI/GA²LEN/EuroGuiDerm/APAAACI (2022). International guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria.
  3. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2024). Fachinformation: Loratadin 10 mg Tabletten.
  4. European Medicines Agency (2020). Assessment report: Loratadine-containing medicinal products.
  5. World Health Organization (2023). WHO Model List of Essential Medicines for Children.
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