Voltaren
4 KundenbewertungenVoltaren ist ein entzündungshemmendes Schmerzmittel für Erwachsene mit akuten oder entzündlich bedingten Schmerzen des Bewegungsapparats. Der Wirkstoff Diclofenac-Natrium kann entzündlich gereiztes Gewebe weniger schmerzempfindlich machen und dadurch Schmerzen und Schwellungen lindern.
Was ist das?
Voltaren ist ein entzündungshemmendes Schmerzmittel mit Diclofenac-Natrium pro Tablette. Es richtet sich an Erwachsene mit akuten oder entzündlich bedingten Schmerzen des Bewegungsapparats. Diclofenac hemmt Botenstoffe, die Schmerz, Schwellung und Entzündung verstärken.
Zusammensetzung
Voltaren enthält den Wirkstoff Diclofenac-Natrium. Das Präparat gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika und wirkt entzündungshemmend sowie schmerzlindernd.
Anwendung
Die Dosierung ist auf der Packung angegeben; beachten Sie die Packungsbeilage.
- Die Tablette wird unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt.
- Eine Einnahme zu oder nach einer Mahlzeit kann Magenbeschwerden vermindern.
- Zwischen einzelnen Dosen sollte ein gleichmäßiger Abstand liegen.
- Eine vergessene Dosis wird nicht durch die doppelte Menge ausgeglichen.
- Die Anwendung sollte möglichst kurz sein; bei anhaltenden Schmerzen ist die Ursache zu klären.
Die Tablette sollte nicht zerkaut oder zerdrückt werden. Bei überzogenen Tabletten kann ein beschädigter Überzug die Wirkstofffreisetzung verändern und den Magen stärker reizen.
Wirkungsweise
Diclofenac-Natrium ist der Wirkstoff von Voltaren. Er blockiert die Enzyme Cyclooxygenase-1 und Cyclooxygenase-2, meist als COX-1 und COX-2 bezeichnet. Diese Enzyme bilden Prostaglandine. Prostaglandine sind Gewebebotenstoffe, die Entzündung, Schmerzempfindlichkeit, Fieber und Schwellung mitsteuern.
Sinkt die Prostaglandinbildung, wird entzündetes Gewebe weniger schmerzempfindlich. Deshalb kann Voltaren bei Muskel- und Gelenkbeschwerden helfen, wenn eine Entzündung beteiligt ist. Die Wirkung ist schmerzstillend und entzündungshemmend, zugleich erklärt derselbe Mechanismus die möglichen Belastungen für Magen, Nieren, Blutdruck und Herz-Kreislauf-System.
Die EMA bewertete Diclofenac wegen eines dosis- und dauerabhängigen kardiovaskulären Risikos und empfiehlt bei systemischer Anwendung die niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum [1].
Anwendungsgebiete
Voltaren gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR. Diese Arzneimittel lindern Schmerzen nicht nur über die Schmerzwahrnehmung, sondern greifen auch in Entzündungsprozesse ein. Das ist bei Beschwerden mit Schwellung, Druckschmerz oder eingeschränkter Bewegung ein relevanter Unterschied zu rein schmerzstillenden Wirkstoffen.
Die 50-mg-Tabletten sind zur Einnahme bestimmt und wirken im ganzen Körper. Sie kommen vor allem bei kurzzeitig auftretenden Beschwerden infrage, bei denen eine Entzündung an der Schmerzentstehung beteiligt ist.
Typische Anwendungsbereiche sind:
- akute Rückenschmerzen und Hexenschuss
- Nacken- und Schulterschmerzen durch Verspannung oder Überlastung
- Muskel- und Gelenkschmerzen nach Zerrung, Prellung oder Verstauchung
- schmerzhafte Entzündungen an Sehnen und Weichteilgewebe
- Beschwerden bei Arthrose oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nach ärztlicher Vorgabe
- Schmerzen nach kleineren Verletzungen, wenn eine lokale Entzündungsreaktion vorliegt
Voltaren kann Schmerzen senken. Die Ursache einer Verletzung wird dadurch nicht behoben.
Bei akuten Zerrungen, Verstauchungen und Prellungen reagiert das Gewebe häufig mit einer lokalen Entzündung. Es wird empfindlicher, schwillt an und schmerzt bei Bewegung. Diclofenac kann diese Reaktion dämpfen und damit den Alltag erleichtern.
Bei Rückenschmerzen ist die Ursache sehr unterschiedlich. Eine kurzfristige Überlastung, Muskelverspannung oder Reizung kleiner Wirbelgelenke kann auf ein NSAR ansprechen. Rückenschmerzen mit Taubheitsgefühl im Bein, Muskelschwäche, Problemen beim Wasserlassen oder Fieber gehören ärztlich abgeklärt.
Gelenkschmerzen bei Arthrose können ebenfalls eine entzündliche Komponente haben. Leitlinien des NICE und Evidenzbewertungen der Cochrane Collaboration nennen orale NSAR als mögliche zeitlich begrenzte Option, wenn individuelle Risiken für Magen, Niere und Herz-Kreislauf-System berücksichtigt werden [2]. Bei chronischen Beschwerden sollte Voltaren nicht zur täglichen Dauerlösung ohne ärztliche Kontrolle werden.
Vergleich
Voltaren ist für Schmerzen geeignet, bei denen eine Entzündung wahrscheinlich mitwirkt. Nicht jede Schmerzart braucht ein NSAR. Bei reinem Spannungskopfschmerz oder Schmerzen ohne Entzündungszeichen kann ein anderer Wirkstoff passender sein.
| Wirkstoffgruppe | Typische Stärke | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|
| Diclofenac | Schmerz- und Entzündungshemmung bei Beschwerden des Bewegungsapparats | Höheres Augenmerk auf Magen, Herz-Kreislauf-System und Nieren |
| Ibuprofen | Schmerz-, Fieber- und Entzündungshemmung | Kann ebenfalls Magen, Nieren und Blutdruck belasten |
| Paracetamol | Schmerzlinderung und Fiebersenkung | Wirkt kaum entzündungshemmend; Überdosierung schädigt die Leber |
Diclofenac und Ibuprofen gehören beide zu den NSAR. Sie sollten nicht zusammen eingenommen werden, weil sich die Schmerzlinderung nicht zuverlässig verbessert, Risiken für Magenblutungen und Nierenprobleme aber steigen können. Aspirin ist ebenfalls ein NSAR und erhöht zusammen mit Diclofenac das Blutungsrisiko.
Paracetamol ist keine gleichwertige entzündungshemmende Alternative. Es kann bei manchen Schmerzarten sinnvoll sein, besitzt aber ein anderes Risikoprofil und erfordert strikte Beachtung der täglichen Höchstmenge.
Gegenanzeigen
Voltaren ist nicht für Sie, wenn Sie jemals nach Diclofenac, Ibuprofen, Aspirin oder einem anderen NSAR Atemnot, Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht oder einen Asthmaanfall hatten. Auch bei aktivem Magen- oder Darmgeschwür, einer früheren NSAR-bedingten Blutung oder einer schweren Leber-, Nieren- oder Herzschwäche darf Diclofenac nicht angewendet werden.
Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist Diclofenac kontraindiziert. Es kann die kindliche Herz-Kreislauf-Funktion und die Wehentätigkeit beeinflussen. In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln sowie in der Stillzeit ist eine medizinische Einzelfallentscheidung nötig.
Besondere Vorsicht gilt bei:
- Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Durchblutungsstörungen oder früherem Schlaganfall
- Asthma, Heuschnupfen oder Nasenpolypen
- chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- eingeschränkter Nierenfunktion, Austrocknung oder höherem Lebensalter
- gleichzeitiger Behandlung mit entwässernden Mitteln, ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptorblockern
Diclofenac kann mit Blutverdünnern wie Warfarin, direkten oralen Antikoagulanzien und Thrombozytenhemmern das Blutungsrisiko erhöhen. Kortisonpräparate, bestimmte Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI und Alkohol können den Magen zusätzlich belasten. Methotrexat, Ciclosporin und Lithium benötigen bei gleichzeitiger Anwendung eine engmaschige ärztliche Überwachung.
Nicht empfohlen für
Voltaren passt nicht zu Ihnen, wenn Sie nach Schmerzmitteln wie Diclofenac, Ibuprofen oder Aspirin schon einmal Atemnot, Nesselsucht, Gesichtsschwellungen oder einen Asthmaanfall bekommen haben. Sie sollten es außerdem nicht bei einem aktuellen oder früheren durch NSAR verursachten Magengeschwür oder bei schwerer Herz-, Leber- oder Nierenschwäche einnehmen. Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Voltaren nicht verwendet werden. Bei Blutverdünnern, Kortison, bestimmten Antidepressiva, Blutdruck- oder Entwässerungsmitteln sowie bei Alkohol sollten Sie vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.
Nebenwirkungen
Magen-Darm-Beschwerden zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen von oralem Diclofenac. Möglich sind Übelkeit, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Sodbrennen, Durchfall oder Blähungen. Die Einnahme mit einer Mahlzeit ist für viele Personen besser verträglich, auch wenn dadurch der Wirkungseintritt etwas später wahrgenommen werden kann.
Seltener treten Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Hautausschlag oder erhöhte Leberwerte auf. Bei längerer Einnahme und höheren Dosen steigen die Risiken. Dazu gehören Magen- oder Darmgeschwüre, Blutungen, Flüssigkeitseinlagerungen, Blutdruckanstieg, Nierenfunktionsstörungen sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei vorbelasteten Personen.
Warnzeichen sind schwarzer Stuhl, Bluterbrechen, plötzlich auftretende Atemnot, Brustschmerz, eine starke allergische Reaktion oder eine deutliche Verringerung der Urinmenge. Dann darf Voltaren nicht weiter eingenommen werden und es ist sofort medizinische Hilfe nötig. Die FDA führt diese Risiken für systemisches Diclofenac klar in den Fachinformationen auf [3]. Das BfArM stellt hierzu ebenfalls regulatorische Fachinformationen bereit.
Häufige Fehler
Viele Probleme entstehen nicht durch die einzelne Tablette, sondern durch Kombinationen und unnötig lange Einnahme. Wer mehrere Schmerzmittel parallel nutzt, verliert leicht den Überblick über Wirkstoffgruppen.
Typische Fehler sind:
- Voltaren zusätzlich zu Ibuprofen, Aspirin oder Naproxen einzunehmen
- die Tageshöchstdosis zu überschreiten, weil die erste Dosis nicht sofort genügt
- Tabletten über viele Tage bei wiederkehrenden Schmerzen einzusetzen, ohne die Ursache abklären zu lassen
- Diclofenac bei Durchfall, Erbrechen oder sehr geringer Trinkmenge weiterzunehmen
- Blutverdünner oder Kortison nicht bei der ärztlichen Anamnese zu erwähnen
- starke Beschwerden durch weitere Belastung zu überdecken und eine Verletzung zu verschlimmern
Ärztliche Meinungen
In der Praxis wird Voltaren vor allem dann eingesetzt, wenn Schmerz und Entzündung zusammen auftreten. Ärztinnen und Ärzte achten dabei weniger auf eine möglichst lange Einnahme als auf einen klaren Zweck: akute Schmerzen kontrollieren, Beweglichkeit zurückgewinnen und dann die Belastung schrittweise wieder steigern.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, eine höhere Dosis verkürze die Heilungszeit. Das tut sie nicht zuverlässig. Höhere Mengen erhöhen vor allem das Risiko unerwünschter Wirkungen. Bei länger anhaltenden Gelenkschmerzen rücken Ursachen wie Arthrose, Sehnenreizungen oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen stärker in den Vordergrund.
Häufig gestellte Fragen
Wie schnell setzt die Wirkung von Voltaren ein?
Die schmerzlindernde Wirkung kann innerhalb von etwa einer Stunde beginnen, der wahrgenommene Zeitpunkt variiert mit Mahlzeit, Schmerzursache und Person. Bei entzündlichen Beschwerden wird die Wirkung oft über mehrere Einnahmen deutlicher. Die Fachinformation der FDA von 2021 beschreibt Diclofenac als systemisch wirksames NSAR mit schmerz- und entzündungshemmenden Eigenschaften [4]. Eine zunehmende statt abnehmende Schmerzintensität ist kein Grund, die Dosis selbstständig zu erhöhen.
Eignet sich Voltaren bei Arthrose?
Voltaren kann Arthroseschmerzen vorübergehend lindern, wenn eine entzündliche Aktivierung des Gelenks besteht. Bei Knie-, Hüft- oder Handarthrose wird die Behandlung nach individuellen Risiken für Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System ausgewählt. NICE empfiehlt seit 2022, orale NSAR nur unter Berücksichtigung dieser Risiken und in niedrigster wirksamer Dosis einzusetzen . Bewegungstherapie und gelenkschonender Muskelaufbau bleiben bei Arthrose wichtige Bestandteile.
Darf Voltaren zusammen mit Alkohol eingenommen werden?
Alkohol und Diclofenac können beide die Magenschleimhaut belasten. Die Kombination erhöht damit das Risiko für Sodbrennen, Magenreizungen und Blutungen, vor allem bei häufigem oder hohem Alkoholkonsum. Die EMA wies 2013 auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Risikoabwägung bei systemischem Diclofenac hin . Während der Einnahme ist Alkohol daher besser zu vermeiden.
Kann Voltaren mit Ibuprofen oder Aspirin kombiniert werden?
Voltaren sollte nicht gemeinsam mit Ibuprofen, Naproxen oder Aspirin zur Schmerzbehandlung eingenommen werden. Diese Wirkstoffe gehören zur gleichen Arzneimittelgruppe, sodass sich Risiken für Magenblutungen, Nierenschäden und Blutdruckanstieg addieren können. Die FDA nennt in der Diclofenac-Fachinformation Wechselwirkungen mit anderen NSAR und Arzneimitteln, die die Blutgerinnung beeinflussen . Niedrig dosiertes Aspirin zur kardiologischen Vorbeugung darf nur nach ärztlicher Rücksprache gemeinsam mit Diclofenac verwendet werden.
Wie lange kann Voltaren eingenommen werden?
Voltaren ist für eine möglichst kurze Anwendung in der niedrigsten wirksamen Dosis gedacht. Bei akuten Muskel- oder Gelenkschmerzen sollte eine klare Besserung innerhalb weniger Tage erkennbar sein. Bestehen die Beschwerden fort, kehren sie regelmäßig wieder oder treten nachts in Ruhe auf, braucht die Ursache eine ärztliche Untersuchung. Die EMA betont seit 2013, dass Dosis und Behandlungsdauer bei Diclofenac das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen .
Ist Voltaren in der Schwangerschaft erlaubt?
Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf Voltaren nicht eingenommen werden. Diclofenac kann dann den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes beeinträchtigen und die Geburt beeinflussen. Für die ersten beiden Schwangerschaftsdrittel gilt eine individuelle medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung; die FDA beschreibt diese Einschränkungen in ihrer Fachinformation von 2021 . Bei Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Stillzeit muss die Einnahme vorher medizinisch geklärt werden.
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Voltaren — Vergleich mit Alternativen
Voltaren Aktuell
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Bewertungen und Erfahrungen
Quellen
- EMA (2013). Diclofenac-containing medicines – referral. ↑
- NICE (2022). Osteoarthritis in over 16s: diagnosis and management. ↑
- FDA (2021). Voltaren (diclofenac sodium) delayed-release tablets: Prescribing Information. ↑
- FDA (2021). Diclofenac sodium delayed-release tablets: Prescribing Information. ↑