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Arimidex
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Arimidex

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Arimidex ist ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Anastrozol aus der Gruppe der Aromatasehemmer. Es wird bei Frauen nach den Wechseljahren mit hormonabhängigem Brustkrebs eingesetzt. Es senkt die Östrogenbildung und kann so das Tumorwachstum bremsen.

Was ist das?

Arimidex ist ein Arzneimittel zur antihormonellen Behandlung von Brustkrebs. Der Wirkstoff heißt Anastrozol, pharmakologisch ein Aromatasehemmer. Ziel ist es, den Östrogenspiegel zu senken, weil viele Brustkrebszellen für ihr Wachstum Östrogen als Signal nutzen. Eingesetzt wird Arimidex vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs.

Ein praktischer Punkt aus der Versorgung: Viele Patientinnen verwechseln „Wechseljahre“ mit dem bloßen Ausbleiben der Periode. In der Onkologie zählt oft der Hormonstatus (und manchmal auch Blutwerte), weil er die Auswahl der Hormontherapie mitbestimmt.

Praktischer Tipp: Wenn Sie parallel Calcium/Vitamin‑D oder Bisphosphonate bekommen, planen Sie feste Routinen (z. B. Wochentag/Monatsrhythmus) ein – so wird die Knochenschutz‑Therapie nicht „vergessen“, was unter Aromatasehemmern leider häufig passiert.

Zusammensetzung

Arimidex enthält als Wirkstoff Anastrozol.

Weitere Bestandteile der Tabletten (Hilfsstoffe) sind:

  • Lactose-1-Wasser
  • Povidon K29-32
  • Carboxymethylstärke, Natrium
  • Magnesium stearat
  • Hypromellose
  • Macrogol 300
  • Titandioxid

Lactose ist für Menschen mit Lactoseintoleranz oder bestimmten seltenen Zuckerstoffwechselstörungen relevant, weil Beschwerden wie Bauchkrämpfe oder Durchfall auftreten können.

Anwendung

Arimidex enthält Anastrozol als Wirkstoff. Die übliche Dosierung in der Brustkrebstherapie beträgt 1 mg einmal täglich. Arimidex wird als Tablette eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. [3]

Konkrete Einnahme-Regeln, die sich im Alltag bewähren:

  • Einmal täglich zur gleichen Uhrzeit einnehmen, damit es zur Gewohnheit wird.
  • Mit Wasser schlucken; nicht zerbeißen oder zerkauen.
  • Bei Übelkeit vertragen manche die Einnahme nach einer kleinen Mahlzeit besser.
  • Wenn eine Dosis vergessen wurde: nicht doppelt nachnehmen, sondern zum nächsten planmäßigen Zeitpunkt fortsetzen.

Wirkungsweise

  • Wirkstoff und Darreichungsform: Arimidex enthält 1 mg Anastrozol pro Tablette zur oralen Einnahme.
  • Dosierung: Üblicherweise 1 Tablette (1 mg) 1-mal täglich.
  • Einnahmezeitpunkt: Die Tablette täglich möglichst zur gleichen Uhrzeit einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten.
  • Art der Anwendung: Unzerkaut mit etwas Wasser schlucken.
  • Anwendungsdauer: Die Therapie wird in der Regel langfristig über mehrere Monate bis Jahre nach ärztlicher Vorgabe fortgeführt.

Anwendungsgebiete

Arimidex ist ein Arzneimittel zur antihormonellen Behandlung von Brustkrebs. Eingesetzt wird es vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs.

Vergleich

In der antihormonellen Therapie von Brustkrebs gibt es mehrere Optionen. Zu den Aromatasehemmern zählen neben Anastrozol auch Letrozol sowie Exemestan (Aromasin). Eine weitere wichtige Klasse sind SERMs wie Tamoxifen (Nolvadex), oft als „Antiöstrogen“ bezeichnet, weil es den Östrogenrezeptor in der Brust blockiert statt die Östrogenbildung zu senken.

Vergleich wichtiger Therapieoptionen

Therapie Klasse Typische Einordnung
Arimidex (Anastrozol) Aromatasehemmer Standard bei postmenopausalem, hormonabhängigem Brustkrebs
Letrozol Aromatasehemmer ähnliche Einordnung; Wahl hängt oft von Verträglichkeit und Strategie ab
Exemestan (Aromasin) steroidaler Aromatasehemmer Option bei Unverträglichkeit oder im Sequenz-/Switch-Konzept
Tamoxifen (Nolvadex) SERM / Antiöstrogen oft bei prämenopausalen Frauen oder in bestimmten Sequenzen

Wie Ärztinnen und Ärzte in der Praxis entscheiden: Bei postmenopausalen Patientinnen werden Aromatasehemmer häufig bevorzugt, weil sie die Östrogenquelle direkt reduzieren. Tamoxifen bleibt sehr relevant, etwa bei bestimmten Risikokonstellationen, bei Verträglichkeitsproblemen oder als Teil eines Sequenzschemas. Der Wechsel („Switch“) zwischen Wirkstoffen passiert häufiger, als viele erwarten, weil Lebensqualität in einer Langzeittherapie ein Therapieziel ist.

Gegenanzeigen

Arimidex ist NICHT geeignet bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Anastrozol.
  • Schwangerschaft oder Stillzeit.
  • prämenopausalen Frauen ohne gesicherten postmenopausalen Status, weil die Wirkung dann nicht passend ist.

Wichtige Wechselwirkungen und Kombinationen:

  • Tamoxifen kann die Wirkung von Anastrozol abschwächen; die Kombination wird in der Regel vermieden.
  • Östrogenhaltige Therapien (z. B. systemische Hormontherapie) wirken dem Prinzip der Aromatasehemmung entgegen.
  • Bei gleichzeitigen Arzneimitteln, die Knochen oder Lipide beeinflussen, wird oft engmaschiger kontrolliert.

Nicht empfohlen für

Das ist nicht für Sie, wenn Sie auf Anastrozol überempfindlich reagieren, schwanger sind oder stillen. Es passt auch nicht, wenn Sie vor den Wechseljahren sind und der postmenopausale Status nicht gesichert ist. Östrogenhaltige Behandlungen und Tamoxifen werden dabei meist nicht zusammen mit Arimidex eingesetzt.

Nebenwirkungen

Arimidex kann Nebenwirkungen verursachen, die direkt mit der Östrogenreduktion zusammenhängen. Häufig berichten Patientinnen über Hitzewallungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Auch Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen kommen vor. Viele Beschwerden sind in den ersten Wochen am stärksten und stabilisieren sich später, bleiben aber bei einem Teil der Patientinnen hartnäckig.

Woran man schneller denken sollte:

  • Starke, neu auftretende Knochenschmerzen oder Größenverlust können ein Hinweis auf Knochenprobleme sein.
  • Atemnot, Schwellungen, Brustschmerzen oder einseitige Beinschmerzen sind Warnzeichen, die zeitnah abgeklärt gehören.
  • Überempfindlichkeit gegen Anastrozol kann sich als Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen oder Atembeschwerden zeigen.

Nebenwirkungen im Überblick

Häufige Beschwerden Was im Alltag oft hilft Wann rasch abklären
Hitzewallungen, Schwitzen Zwiebellook, kühle Schlafumgebung, Alkohol eher meiden bei Kreislaufproblemen, Ohnmacht
Gelenk-/Muskelschmerz regelmäßige Bewegung, Wärme/Kälte je nach Typ, Physio bei starker Schwellung, Rötung, Fieber
Müdigkeit, Schlafstörung feste Schlafenszeiten, Koffein nicht spät bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit, Sturzgefahr

Ein Detail, das selten offen besprochen wird: Vaginale Trockenheit ist unter Aromatasehemmern häufig und belastend. Gleitmittel oder lokal nicht-hormonelle Feuchtigkeitspflege kann das Sexualleben spürbar entlasten. Bei wiederkehrenden Harnwegsbeschwerden lohnt es sich, das als mögliches Schleimhautproblem anzusprechen.

Häufige Fehler

Arimidex wirkt nur zuverlässig, wenn es regelmäßig eingenommen wird. Viele Fehler sind banal, kosten aber Lebensqualität oder Wirksamkeit.

Typische Muster aus dem Alltag:

  • Einnahme „nach Gefühl“ statt täglich, weil Nebenwirkungen als Zeichen gelten, eine Pause sei sinnvoll.
  • Zu spätes Ansprechen von Gelenkschmerzen, bis Sport und Alltag massiv eingeschränkt sind.
  • Kein Knochenschutz-Plan, obwohl Risikofaktoren (z. B. frühe Menopause, familiäre Osteoporose) vorliegen.
  • Selbstmedikation mit Phytoöstrogen-Präparaten ohne Abstimmung, weil „pflanzlich“ als neutral angesehen wird.
  • Alkoholkonsum als Schlafhilfe bei Hitzewallungen, was Schlafqualität oft weiter verschlechtert.

Ein kleines, menschliches Detail: Viele vergessen die Tablette nicht morgens, sondern am Wochenende. Ein fester Anker (z. B. Zähneputzen) löst das meist.

Ärztliche Meinungen

In der Onkologie wird Arimidex als „Therapie, die man durchhalten muss“ beschrieben – nicht, weil es gefährlich ist, sondern weil die Verträglichkeit über Jahre zählt. Ärztinnen achten stark auf Adhärenz: Schon wenige ausgelassene Wochen können den Nutzen einer langfristigen endokrinen Therapie schmälern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Knochengesundheit, weil Aromatasehemmer den Knochenstoffwechsel beeinflussen können.

In der klinischen Routine sind drei Dinge Standardthemen:

  • Knochendichte (DXA) und Frakturrisiko, oft mit begleitender Therapieplanung.
  • Gelenkbeschwerden, mit frühem Gegensteuern durch Bewegung, Physio und Schmerzstrategie.
  • Wechselwirkung mit Begleiterkrankungen wie Hyperlipidämie oder Osteoporose.

Die EMA führt Aromatasehemmer wie Anastrozol als etablierte Option in der Behandlung des hormonrezeptorpositiven Mammakarzinoms nach der Menopause. [4]

Häufig gestellte Fragen

Arimidex beginnt nach der ersten Einnahme mit der Hemmung der Aromatase, dadurch sinkt die Östrogenbildung rasch. Der messbare hormonelle Effekt ist meist innerhalb weniger Tage vorhanden, der klinische Nutzen entwickelt sich jedoch über Wochen. Verordnet wird Anastrozol vor allem bei postmenopausalem, hormonrezeptorpositivem Brustkrebs; bei Schwangerschaft und Stillzeit ist es nicht geeignet.

Am meisten profitieren postmenopausale Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs, bei denen der Tumor auf Östrogen angewiesen ist. Arimidex senkt die Östrogenproduktion und damit den Wachstumsreiz für diese Tumorzellen. Eingesetzt wird es vor allem dann, wenn eine endokrine Therapie mit Aromatasehemmung angezeigt ist; vor der Menopause ist es in der Regel nicht geeignet.

Häufig sind Hitzewallungen, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Müdigkeit. Viele Beschwerden lassen sich durch Bewegung, ausreichend Flüssigkeit und eine ärztlich abgestimmte Schmerztherapie besser kontrollieren. Trockene Schleimhäute oder Stimmungsschwankungen können ebenfalls auftreten, weshalb die Verträglichkeit regelmäßig überprüft werden sollte.

Ja, Arimidex kann die Knochendichte verringern, weil der Östrogenspiegel sinkt und Östrogen die Knochen schützt. Bei längerer Anwendung steigt dadurch das Risiko für Osteopenie und Osteoporose. Deshalb sind Knochendichtemessungen, ausreichend Calcium und Vitamin D sowie ärztliche Kontrollen wichtig.

Arimidex und Tamoxifen werden nicht routinemäßig gleichzeitig gegeben, weil beide unterschiedliche endokrine Ansätze verfolgen. Tamoxifen blockiert den Östrogenrezeptor, während Anastrozol die Östrogenbildung hemmt. Je nach Therapieziel kann ein Wechsel sinnvoll sein, die Kombination sollte jedoch nur nach ärztlicher Vorgabe erfolgen.

Im Bodybuilding wird Anastrozol teils eingesetzt, um den Östrogenspiegel während anaboler Steroidzyklen zu senken. Das kann zwar Wassereinlagerungen und Brustdrüsenschwellungen vermindern, birgt aber erhebliche Risiken. Zu viel Östrogenhemmung kann Gelenkbeschwerden, Libidoverlust und Knochenschwäche fördern, weshalb eine Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation problematisch ist.

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Arimidex — Vergleich mit Alternativen

Bewertungen und Erfahrungen

K
Katrin, 58
Köln
1 mg, 9 Monate
Verifiziert
Die ersten sechs Wochen waren zäh wegen Hitzewallungen und einem komischen Steifigkeitsgefühl morgens. Ab Monat drei wurde es besser, ich konnte wieder regelmäßig spazieren gehen. Was geholfen hat: feste Schlafroutine und nicht zu spät Kaffee.
14/04/2025
M
M., 62
Leipzig
1 mg, 14 Monate
Verifiziert
Gelenke waren mein Thema, vor allem Hände. Ich habe Physiotherapie gemacht und bin zweimal die Woche leichtes Krafttraining angegangen, das hat wirklich etwas gebracht. Müdigkeit blieb, aber nicht schlimm genug zum Absetzen.
03/02/2025
S
Sabine, 55
München
1 mg, 5 Monate
Verifiziert
Ich hatte trockene Schleimhäute und dadurch öfter Brennen beim Wasserlassen. Das wurde erst ernst genommen, als ich es konkret beschrieben habe. Mit nicht-hormonellen Produkten wurde es deutlich angenehmer.
21/10/2024
H
Heike, 67
Dresden
1 mg, 3 Monate
Verifiziert
Ich habe nach zwei Monaten abgebrochen, weil ich nachts kaum noch geschlafen habe und tagsüber wie benommen war. Im Rückblick hätte ich früher über Alternativen oder einen Wechsel sprechen sollen, statt es auszuhalten.
09/12/2024

Quellen

  1. EMA (2024). Summary of Product Characteristics (SmPC) — Anastrozole
  2. WHO (2022). WHO Model List of Essential Medicines – endocrine therapies (incl. aromatase inhibitors) for breast cancer
  3. NICE (2023). Early and locally advanced breast cancer: diagnosis and management (NG101)
  4. EMA (2024). European Public Assessment Report (EPAR) — Anastrozole
  5. BfArM (2025). Arzneimittelinformationen: Anastrozol (Wirkstoffprofil und Zulassungsangaben)
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